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San Francisco: Die Kluft zwischen Arm und Reich

Als ich vor etwas über einem Jahr das erste mal in San Francisco war, fielen mir dort zwischen all den riesigen Gebäuden, welche vor allem den Banken und großen Unternehmen gehörten, all die Straßen, die voller Zelte von Obdachlosen waren, auf. 

In Deutschland sind wir es durch unser Sozialsystem nicht gewohnt, riesige Menschenmassen in einer Armutsform zu sehen, die wirklich nahe an die Grenze des Überlebens kommt. Wer dort einmal auf der Straße landet, hat in der Regel keine Chance mehr, jemals wieder in einem Haus zu wohnen. Zumindest nicht in San Francisco. Durch die Nähe des Silicon Valley, in dem ein Großteil der Internetfirmen sitzt, ist der Lebensstandard in San Francisco extrem hoch. Selbst Randwohnungen sind kaum bezahlbar. Da sich das Silicon Valley in den letzten Jahren aber so schnell entwickelt hat, konnte sich die Bevölkerung der Stadt den rasant wachsenden Preisen der Wohnungen nicht anpassen, wodurch selbst Menschen, die davor stabil in der Mittelschicht gelebt haben, auf der Straße landeten. Ein Mittelmaß gibt es in San Francisco nicht, es gibt sehr reich und sehr arm. Und ein extrem großer Teil ist eben sehr arm. Da sich das Silicon Valley vor allem in der Zukunft noch mehr entwickeln wird, wird die Armut auch in Zukunft ein immer größer werdendes Problem in der Stadt sein. Es gibt schlichtweg zu wenige Berufe, die von „normal“ ausgebildeten Personen ausgeführt werden könnten.

Das Leben als Obdachloser in San Francisco ist sehr schwer: Es gibt kaum soziale Auffangstellen, staatliche Unterstützung ist minimal. Zudem fehlen Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben für Arbeitslose, da alle Berufe auf sehr hohe Bildungsniveaus mit viel Vorerfahrung ausgelegt sind. Daher finden sich ganze „Siedlungen“ an Zelten mitten auf Straßen, die deswegen teils nicht mal mehr befahrbar sind. 

2 Kommentare

  1. Als ich in San Francisco war ist mir das auch aufgefallen. Damals hab ich mir aber nicht so Gedanken darüber gemacht, Da ich noch relativ jung war. Ich denke dass die Situation dort wirklich schlimm ist, wenn man am Abend durch die Haupt Einkaufs straßen geht und überall die Menschen sieht, denen man helfen könnte. Die Situation durch das Silicon Valley finde ich auch sehr interesannt.

    1. Das ist richtig. Vermutlich ist es aber nicht wirklich möglich, diesen Menschen einfach zu helfen, auch falls es so wirkt. Das Sozialsystem ist in USA leider so ausgelegt, dass Menschen in dieser Gesellschaftsschicht kaum Möglichkeiten haben, wieder in ein normales Alltagsleben zurückzukehren. Selbstverständlich ist das Silicon Valley da einer der Hauptauslöser, wie es in dieser Stadt überhaupt soweit kommen konnte.

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