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Der Unterschied zwischen Musik und Musik

Mir ist aufgefallen, dass sich die Musik, die ich im Alltag höre, grundlegend von dem unterscheidet, was ich als Musik bezeichnen würde, wenn ich intensiv an dieses Thema denke. Im Alltag hört man eben das neuste und aktuell beliebteste aus dem eigenen Lieblingsgenre. Dabei denkt man kaum darüber nach, was hinter den Tönen steckt, man möchte eben vor allem abschalten und die Musik genießen. Aber es kommt auch immer häufiger vor, dass ich mich einfach vor den PC setze, um aktiv Musik zu hören. Dabei wandelt sich dieses Musikhören von einer Ablenkung oder Nebenaktivität zu meiner Hauptaktivität. Das heißt, ich denke mir „ich setzte mich jetzt hin und höre Musik“. Und genau dann fällt mir auf, dass die Alltagsmusik eigentlich ganz schön oberflächlich ist. Ich beginne dann, Lieder wie „Bohemian Rhapsody“, „High on Life“ oder andere zu hören, welche für mich eigentlich keine „Alltagsmusik“ sind. Aber aus genau diesem Grund ist die Wirkung dieser Lieder unvergleichbar mit dieser, ich nenne sie nun einmal „Ablenkungsmusik“. Ich denke, nur wenn man sich hinsetzt und Musik hören als tatsächliche Aktivität betrachtet, kann man die wahre Wirkung dieser entfalten. Wieso sollte ich, wenn ich zum Döner laufe, ein sechs Minuten langes Lied anhören, was Musikalisch in keinster Form zu der anderen Musik passt, die ich im Alltag höre? Wenn ich das Lied dann aber „aktiv“ anhöre, mich also auf das Bett setzte und nur für das eine Lied meine Kopfhörer suche, wird mir erst der Hintergrund, die Passion und der Schmerz des Aidskranken Freddy Mercury, oder das unglaubliche Gefühl so wie Martin Garrix auf einer Bühne vor tausenden Menschen zu stehen, die alle auf die eigenen Kreationen abgehen, klar.

Ich höre immer Musik, mein Spotify läuft täglich mindestens 5 Stunden. Primär in meinem Zimmer im Hintergrund, aber auch beim Motorradfahren, Radfahren, Sport machen, während dem Warten auf Termine. Generell gehe ich nie ohne Kopfhörer aus dem Haus. Ich bin da mit Sicherheit ein bisschen abnormal was das angeht, wer hat sonst schon über 10 Kopfhörer daheim, die immer „zu einer bestimmten Anwendung“ passen sollen?

Wenn ich den Text jetzt so lese, klingt das alles fürchterlich theoretisch und schon fast nach Arbeit, die man dann in etwas so schönes investieren müsste, dabei mache ich genau das schon seit vielen Jahren vollständig automatisch und das ist mit Sicherheit eine der Aktivitäten, die die bewegendste Wirkung auf mich hat. Man muss meiner Meinung nach total zwischen dem Hören von Musik im Alltag und dem wirklichen wirken lassen von Musik auf einen unterscheiden. Wer auf Partys einen Interpreten kennengelernt hat und dessen Musik im Alltag noch ein zwei mal zwischen durch gehört hat, weiß nicht, welche Wirkung dieser Interpret damit erzeugen will und kennt ihn damit auch nicht wirklich.

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