Schulfaufgaben

Teilanalyse “Der goldne Topf”

// Auswirkungen des Textes auf den Leser durch Wahl der Erzählform und Erzählverhalten
// Ausgewählte Passage: Der goldne Topf, Anfang erste Vigilie (S. 5  Z. 4-29)

Ein junger Student namens Anselmus möchte an dem Himmelfahrtstag mit seinen Freunden feiern gehen. Durch seine Unaufmerksamkeit rennt er dabei versehentlich in eine Frau, die einen Korb voller Äpfel trägt. Diese ärgert sich sehr darüber und verflucht ihn, zudem nimmt sie ihm sein Geld ab. Eingeschüchtert und verschreckt rennt er vor der misslichen Situation weg und flüchtet in eine Gasse, in der er sich unter einem Holunderbaum von seiner Flucht erholt.

Der Student Anselmus gerät in der Textstelle in eine äußerst unangenehme Situation, die dem Leser durch die Wahl der erlebten Rede und eines personalen Erzählers nahe gebracht wird. Bereits zu Beginn wird das “Weib” bereits als “hässlich” (S. 5 Z. 7) bezeichnet, was dem Leser die Positionierung des Erzählers auf Seiten des Studenten Anselmus vermittelt. Die Situation wird nicht so wiedergegeben, wie sie sich von außen betrachten ließ, sondern wie sie auf den Studenten in seiner von Angst und Stress erfüllten Situation wirken musste. Der Kreis, der sich um den Studenten bildet, wird als “festgeschlossen” (vlg. S. 5 Z. 17f.) und damit als undurchdringbare Barriere dargestellt. Damit wird dem Leser das Gefühl von Zwang und Aussichtslosigkeit dargeboten, in der sich Anselmus wiederfindet. Um sich aus dieser misslichen Situation zu befreien, bietet er der alten Frau seinen Geldbeutel an. Als er sich danach auf seiner Flucht von der Situation befindet und die alte Frau ihm etwas hinterher schreit, wird deren Stimme als “gellend[e], krächzend[e]” (S. 5 Z. 20f.) bezeichnet. Zu einer normalen Beschreibung einer Stimme würde man vermutlich andere Begriffe verwenden, doch durch die erlebte Rede wird damit die negative Rolle, die die Frau für Anselmus in der Situation spielt, dargestellt. Dieses Gefühl wird auch direkt beschrieben, der Student Anselmus fühle sich “von einem unwillkürlichen Grausen ergriffen” (S. 5 Z. 26f.) – es werden Gefühle und Zustände erzählt, die der Leser selbst mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch schon erlebt hat. Damit gewinnt die Situation an Eindruck, da sich der Leser in die Person hineinversetzen und mit ihr mitfühlen kann, indem er die verbal beschriebenen Gefühle mit seinen eigenen Erfahrungen und Wirkungen dieser Gefühle verbindet.

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